Hoer Verde - Das
verschwundene Dorf
Die Creepypasta
dahinter:
Dieses Foto taucht immer wieder mal im Netz auf und regt
zu eifrigen Diskussionen an. Real oder Fake?
Viel mehr geht es bei diesem Vorfall weniger um das Foto
und mehr um das damit verbundene Ereignis.
Das Foto soll übrigens eines der wenigen sein, die überhaupt an den
Vorfall erinnern. Somit dient dieses als Grundlage zum Fall.
Der Vorfall ereignete sich 1923 in Hoer Verde, das einst
ein kleines Dorf, im damaligen Mato Grosso (Brasilien) war. Hier lebten nach
der letzten Volkszählung ca. 600 Dorfbewohner. Hoer Verde war ein sehr kleines
und spartanisches Dorf, das von der Infrastruktur gerade so ein Leben zur
damaligen Zeit in einer natürlichen Umgebung ermöglichte. Kein regelmäßiger
Strom und auch kein fließendes Wasser. So galten die Bewohner aus Hoer Verde
als ganz normale Landsleute, die etwas Landwirtschaft und Handel mit
Nachbargemeinden betrieben. (Anmerkung:
Das Dorf könnte sich auch im damaligen Porto Alegre befunden haben)
Im Jahr 1923 ereignete sich in diesem Dorf plötzlich ein
mysteriöses und bis dato ungeklärtes Ereignis. Denn "alle" 600
Bewohner sind spurlos verschwunden.
Die Tatsache, dass die Bewohner sich nicht mehr in Hoer
Verde befanden, hat man auch nur dem Zufall zu verdanken, dass Reisende aus der
Nachbargemeinde das Dorf durchquerten und ihnen sofort auffiel, dass eine
totenstille herrschte, was ungewöhnlich war. So standen die Hütten offen und
waren alle verlassen, genau wie die kleinen Geschäfte und Straßen. Es schien
der Eindruck, als hätten sich die 600 Dorfbewohner von der einen zur anderen
Minute in Luft aufgelöst.
So alarmierten die Reisenden die städtische Polizei, die
sich das Dorf anschauten und sofort mit den Untersuchungen begannen. So
bestätigte es sich, das tatsächlich alle 600 Bewohner verschwunden waren. Die
Untersuchung ergaben, dass es weder Spuren eines Kampfes, oder einer
gewaltsamen Entführung oder Belagerung gegeben hat. Lediglich das man spontan
aufgebrochen / verschwunden sein musste, da teils Gebrauchsgegenstände so
liegen gelassen wurden, als sei man schnell geflüchtet und hat alles stehen und
liegen lassen.
So gab es auch keine Botschaft, bis auf einen mysteriösen
Satz, der fett mit Kreide an der Tafel in der kleinen Schule stand. Er lautete:
"Es gibt keine Rettung". Vor der Tafel auf dem Tisch fand man eine
Pistole, aus der zuvor eine Kugel abgefeuert wurde, sonst keine weiteren
Hinweise auf den Verbleib der Dorfbewohner.
Die Polizei wandte sich nach der Untersuchung an die
Regierung, von der sie aber nie eine Antwort erhalten hatte. So blieb das Dorf
noch einige Monate darauf verlassen und zerfiel immer mehr als auch die
Durchreisenden immer weniger wurde. Schließlich wurden die wenigen Reste in den
50er planiert und neu bebaut, bis der Vorfall in Vergessenheit geraten ist. Die
damaligen Polizisten schlossen den Fall und legten ihn weg, die Regierung
schwieg und von den Bewohnern ist bis heute nie wieder einer aufgetaucht weder
in den Nachbarsgemeinden noch im Urwald noch sonst wo.
Dass der Vorfall bis heute in der Community bekannt ist,
hat man der moderne zu verdanken und dem Zeitalter des Internets. Denn eine
russische Zeitung hatte in den späten 80er über den Vorfall berichtet,
allerdings liegt hier nicht die Quelle, die ihren Ursprung tatsächlich in einer
brasilianischen Zeitung hat.
Nun könnte man sagen, gerade weil man nicht genau weiß,
wo das Dorf Hoer Verde sich genau befunden hat und auch kein Beleg mehr für den
Ursprungsartikel aus der brasilianischen Zeitung aufzufinden ist, das sich die
ganze Geschichte in das Reich, der Sagen und Legenden einsortieren lässt, doch
ganz so einfach kann man es sich dann doch nicht machen. Schließlich gibt es
das Foto und nach Adam Ries, dürfte selbst an der kuriosesten Geschichte ein
kleines bisschen Wirklichkeit im Fundament sitzen. Deshalb, nachdem man alles
runter reduziert hat, bleibt immer noch ein Dorf, aus dem 600 Menschen die
registriert waren, spurlos verschwunden sind.
Erklärungsversuche:
Zu der Zeit des Verschwindens der Dorfbewohner aus Hoer
Verde, gab es politische Unruhen und putsch Versuche, wie historische
Aufzeichnungen belegen. So wurde "Artur da Silva Bernardes" nur ein
Jahr zuvor 1922 Präsident von Brasilien, womit Rebellen der politischen
Gegenseite stets im Guerillakrieg mit der Regierung waren. Die Guerillakämpfer
waren in der Gegend um Hoer Verde positioniert, sodass eine Theorie lautet,
dass die Regierung die Dorfbewohner aus Hoer Verde zum Schutz evakuiert hatte.
Warum ausschließlich nur Hoer Verde und nicht die Nachbarsgemeinden evakuiert
wurden, erklärt man sich wohl so, das Hoer Verde, die größte Stadt in der
Umgebung war und wichtiger Knotenpunkt für eine militärische Operation, die
letztendlich aber doch nicht stattgefunden hatte.
Das Problem an dieser Theorie ist aber, wohin wurde sie
evakuiert, da es selbst für damalige Verhältnisse nur schwer sein dürfte 600
Mensch unbemerkt irgendwo anderes einzubürgern, selbst mit einer neuen
Identität. Auch hätte solch eine Evakuierung mit 600 Menschen über Nacht und
das noch in Eile irgendwelche Spuren hinterlassen, und da es keinen anderen Weg
als dieser durch die Nachbarsgemeinden gab, wäre es auch definitiv aufgefallen.
Unbemerkt kann eine Aussiedlung in der Größenordnung gelingen.
Umgekehrt macht es aber auch wenig Sinn, in dem die
Guerillakämpfer die Dorfbewohner alle verschleppt oder gar ein Massaker
angerichtet haben. Denn auch hier stellt sich die Frage wohin, wenn entführt
oder wo sind die Leichen, wenn es ein Massaker gegeben hätte. Des Weiteren wo
liegt die Motivation bei den Guerillas? Sie führten den Kampf gegen die
Regierung und nicht gegen die eigenen Landsleute, schon gar nicht auf nicht
wohlhabende Bauern und Kleinhändler. Kurz um sie hatten kein Interesse, sodass
auch diese Theorie verworfen werden kann.
Was bleibt, sind die üblichen Hypothesen der Moderne. So
gehen einige aus der Community davon aus, dass sie von außerirdischen in ein
Raumschiff weggebeamt wurden, oder dass sie in einen Zeitstrudel geraten sind
und aus der Zeit katapultiert wurden, oder auch sie den Eingang in eine andere
Dimension gefunden haben. - Aber all diese Hypothesen dürften nicht zutreffend
sein.
Persönliche Hypothese:
Meine Vermutung geht in die Richtung, dass es eine
wirtschaftliche Ursache hatte, warum man sich im Dorf entschieden hatte, nach
und nach jeder wie er konnte das Dorf zu verlassen, wegzuziehen und woanders
neu zu starten, wo es weniger politische Unruhen gab und wo die wirtschaftliche
Lage und der Arbeitsmarkt besser waren. Auch darf man die Psychologie dahinter
nicht außer Acht lassen, da in diesem Jahrzehnt die Weltwirtschaftskrise sich
schon anschlich in der ärmeren Bevölkerung. Gerade die Kaffeebauern waren
betroffen, da durch den Ersten Weltkrieg die Preise zusammenbrachen und viele
woanders einen Neustart suchten.
So zog schließlich der Letzte aus oder verstarb und Hoer
Verde wurde zur Geisterstadt, die irgendein Reisender durchquerte, von ihr
berichtete und letztendlich die Zeitungen, eine Geschichte (Creepypasta) daraus
machten, die bis heute anhält.
Natürlich will ich mich da nicht penible festlegen, doch
bin ich von meiner Hypothese selbst überzeugter als zu der übernatürlichen
Ideenwelt.
Wer weiß, vielleicht klärt sich das Rätsel irgendwann
noch mal auf, bis dahin gibt es auch weiterhin keine genaue Erklärung für den
Vorfall in Hoer Verde .
Ergebnis: unaufgeklärt!