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Donnerstag, 21. März 2019

Angikuni Lake: Das verschwundene Eskimo Dorf



Angikuni Lake: Das verschwundene Eskimo Dorf

Die Creepypasta dahinter:
Beim Angikuni Lake und das verschwundene Eskimo Dorf, handelt es sich um einen rätselhaften Vorfall, der sich im November 1930 im Nordosten Kanadas in der Kivalliq Region im Territorium Nunavut, das an Grönland grenzt ereignet hat. Hier liegt der Angikuni See und an dessen Ufer gab es ein kleines Inuiten Dorf, das spurlos verschwunden ist.

Die Inuits  sind eine indigene Volksgruppe, die in Nordosten von Kanada, Alaska und auf Grönland leben. Umgangssprachlich nennt man sie auch Eskimos, die tatsächlich auch die Iglu Schneehaus Baukunst beherrschen und in extremer Kälte und Witterung sich zu helfen wissen. Vor den 30er Jahren galten sie noch als Nomaden Volk. Seit den 60er Jahren sind sie aber in ihrem Territorium sesshaft geworden. Sie leben hauptsächlich aus der Natur vom Fischfang und pflegen ihre eigene Kultur und Bräuche.

Ein gewisser Joe Labelle, ein Trapper, der im Dorf ein bekannter Fellhändler war, machte sich durch den Schneesturm im November 1930 auf, um zu seinen geschätzten Inuit Freunden zu gelangen, mit denen er eine freundschaftliche Handelsbeziehung pflegte, aber auch den einen oder anderen Fischspieß vom Lagerfeuer zusammen verspeiste. Als er in der frühen Morgendämmerung endlich ankam, wunderte er sich, da es extrem ruhig war, was ungewöhnlich war. Um diese Zeit sollten eigentlich die Männer sich für die Jagd vorbereiten, die Kinder vor den Hütten spielen usw. Es war aber extrem ruhig, wie als ob alle noch schliefen. Auch lautes Rufen brachte nichts, sodass Joe Labelle beschloss, die Hütten zu durchsuchen. Nichts! Von den dort ca. 200 lebenden Eskimos war kein Einziger mehr im Dorf anwesend. So ging er davon aus, dass etwas nicht stimmte und eilte zurück, um die Royal Canadian Mounted Police zu alarmieren.

Zusammen inspizierte man das verlassene Dorf jetzt genauer und durchsuchte jede einzelne Hütte und Arbeitsplatz. Das Verwunderliche war, das alles stehen und liegen gelassen wurde. Halb ausgetrunkene Gläser, angefangene Handwerksarbeiten auf den Tischen. Gewehre vor den Türen, ohne die man sich nie entfernt hätte. Über den Feuerstellen hingen noch völlig verkohlte Fische und das Brennholz lag unverräumt nicht abgedeckt am Brennplatz. Das Schockierendste, die sieben Huskys Schlittenhunde, die am Baum angeleint waren, sie waren völlig ausgehungert und erfroren. So war man sich schnell einig, dass etwas Furchtbares geschehen sein muss, was die Eskimos aus dem Dorf veranlasst hat, in aller Eile fluchtartig das Dorf zu verlassen. Noch unheimlicher und mysteriöser wurde es, als man etwas abseits beim Friedhof ankam und sah, wie alle Gräber geöffnet waren und keine Leiche mehr vorzufinden war.

Sofort stellte man eine große Suchmannschaft zusammen, die nicht nur zu Fuß, sondern auch aus der Luft mit zwei Flugzeugen zum Einsatz kamen, um nach den verschwundenen Eskimos zu suchen.  Doch die dreitägige Suche brachte keinen Erfolg. Die Eskimos blieben wie in Luft aufgelöst verschwunden.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Angikuni Sees, siedelte ebenfalls eine kleinere Gruppe Eskimos, die berichteten das vor einiger Zeit eines Nachts blau schimmernde Wesen / Gottheiten vom Himmel kamen und mehrere Nächte über dem See schwebten, aus Furcht hatte man sich in den Iglus und Hütten verbarrikadiert. Die Polizei und die Leiter des Suchtrupps sahen darin aber keine Verbindung zum Verschwinden der 200 Dorfbewohner.

Natürlich bekamen nur wenige Tage danach auch die Medien den Vorfall mit und berichten darüber. Nach weiteren Suchaktionen, die teils auch privat stattfanden, schloss man die polizeiliche Akte mit dem Vermerk "ungelöst".  Erst in den 80er Jahren wurde man wieder auf den Vorfall aufmerksam, sodass sich nun auch Ufologen zu Wort meldeten und davon überzeugt waren, dass Außerirdische die Eskimos entführt haben und auf ihren Heimatplaneten brachten.

Bis heute ist dieser Vorfall ungeklärt ...

Was für eine mysteriöse Geschichte doch entspringt sie der Wirklichkeit?

Wohl eher nicht!

Die wirkliche Geschichte dahinter:
Die wohl erste Erwähnung, die den Vorfall beschreibt, dürfte eine Tageszeitung sein, und zwar die The Danville Register & Bee , die am 27. November 1930 erschienen ist. Hier findet man einen Artikel aus der Feder des Journalisten Emmett E. Kelleher, der den Vorfall um das mysteriöse Verschwinden des Eskimo Dorfs beschrieb.


Mit der Verbreitung des Internets wurde die Geschichte immer weiter ausgeschmückt und die verrücktesten Erklärungsversuche und Theorien machten die Runde.  Letztendlich kontaktierten Skeptiker Historiker und andere Experten und gingen dem Fall erneut auf die Spur. Befragungen und Recherche haben ergeben, dass bei der Royal Canadian Mounted Police kein Fall dieser Art bekannt ist, es keine Akte gibt, auch nie ein Suchtrupp in das Gebiet gestartet ist, keine Flugzeuge im Einsatz waren und sich auch kein Trapper Namens Joe Labelle gemeldet hatte. So befragte man die noch lebenden Nachfahren und sichtete alle Fallakten und Dokumente aus der Zeit, mit dem Ergebnis kein Eintrag. Auch rekonstruierten Historiker und Experten die beschriebenen Umstände und kamen zum Schluss, dass auch diese absolut unwahrscheinlich sind.

Zu guter Letzt führte die Recherche zu keinem weiteren Ergebnis und als Quelle und Urheber der Geschichte bleibt lediglich Emmett E. Kelleher, der für seine Creepypasta Geschichten seiner Zeit bekannt war und öfters mysteriöse Berichte verfasste, die allgemein mit einem Augenzwinkern gelesen werde.

Fazit: Das Einzige, was an dieser Geschichte der Wirklichkeit entspricht, dass die ca. 30 älteren Eskimos ganz unspektakulär ihr temporäres Lager, das für die Jagd benutzt wurde, wieder geräumt haben und weiter gezogen sind. Keine toten Hunde am Baumstumpf, keine geklauten Leichen aus dem Eisboden und auch keine UFO´s, noch nicht mal feste Häuser, da eben nur ein temporäres Lager, wie es typisch ist für die Inuits  wenn sie auf Jagdtour unterwegs sind.

So sind auch alle Fotos falsch, die im Internet kursieren und angeblich das Dorf zeigen sollen. Denn der Ursprung liegt hier bei Aufnahmen von Edward S. Curtis im Jahr 1929 die eine Yupik Tierunterkunft in Hooper Bay, Alaska zeigen. Oder ebenfalls von Edward S. Curtis 1927 aufgenommenes Foto von einem Iñupiaq Dorf in King Island, Alaska. Also alles Bilder, die nichts mit der angeblichen Geschichte zu tun haben.

Kurz um, die ganze Geschichte ist nichts weiter als ein Hoax, eine fiktive Geschichte eines Sensationsjournalisten, der mit Creepypastas seine Brötchen verdient hat.



Ergebnis: 100% Fake!







Montag, 18. März 2019

Hoer Verde - Das verschwundene Dorf



Hoer Verde - Das verschwundene Dorf

Die Creepypasta dahinter:
Dieses Foto taucht immer wieder mal im Netz auf und regt zu eifrigen Diskussionen an. Real oder Fake?

Viel mehr geht es bei diesem Vorfall weniger um das Foto und mehr um das damit verbundene Ereignis.  Das Foto soll übrigens eines der wenigen sein, die überhaupt an den Vorfall erinnern. Somit dient dieses als Grundlage zum Fall.

Der Vorfall ereignete sich 1923 in Hoer Verde, das einst ein kleines Dorf, im damaligen Mato Grosso (Brasilien) war. Hier lebten nach der letzten Volkszählung ca. 600 Dorfbewohner. Hoer Verde war ein sehr kleines und spartanisches Dorf, das von der Infrastruktur gerade so ein Leben zur damaligen Zeit in einer natürlichen Umgebung ermöglichte. Kein regelmäßiger Strom und auch kein fließendes Wasser. So galten die Bewohner aus Hoer Verde als ganz normale Landsleute, die etwas Landwirtschaft und Handel mit Nachbargemeinden betrieben.  (Anmerkung: Das Dorf könnte sich auch im damaligen Porto Alegre befunden haben)

Im Jahr 1923 ereignete sich in diesem Dorf plötzlich ein mysteriöses und bis dato ungeklärtes Ereignis. Denn "alle" 600 Bewohner sind spurlos verschwunden.

Die Tatsache, dass die Bewohner sich nicht mehr in Hoer Verde befanden, hat man auch nur dem Zufall zu verdanken, dass Reisende aus der Nachbargemeinde das Dorf durchquerten und ihnen sofort auffiel, dass eine totenstille herrschte, was ungewöhnlich war. So standen die Hütten offen und waren alle verlassen, genau wie die kleinen Geschäfte und Straßen. Es schien der Eindruck, als hätten sich die 600 Dorfbewohner von der einen zur anderen Minute in Luft aufgelöst.

So alarmierten die Reisenden die städtische Polizei, die sich das Dorf anschauten und sofort mit den Untersuchungen begannen. So bestätigte es sich, das tatsächlich alle 600 Bewohner verschwunden waren. Die Untersuchung ergaben, dass es weder Spuren eines Kampfes, oder einer gewaltsamen Entführung oder Belagerung gegeben hat. Lediglich das man spontan aufgebrochen / verschwunden sein musste, da teils Gebrauchsgegenstände so liegen gelassen wurden, als sei man schnell geflüchtet und hat alles stehen und liegen lassen.

So gab es auch keine Botschaft, bis auf einen mysteriösen Satz, der fett mit Kreide an der Tafel in der kleinen Schule stand. Er lautete: "Es gibt keine Rettung". Vor der Tafel auf dem Tisch fand man eine Pistole, aus der zuvor eine Kugel abgefeuert wurde, sonst keine weiteren Hinweise auf den Verbleib der Dorfbewohner.

Die Polizei wandte sich nach der Untersuchung an die Regierung, von der sie aber nie eine Antwort erhalten hatte. So blieb das Dorf noch einige Monate darauf verlassen und zerfiel immer mehr als auch die Durchreisenden immer weniger wurde. Schließlich wurden die wenigen Reste in den 50er planiert und neu bebaut, bis der Vorfall in Vergessenheit geraten ist. Die damaligen Polizisten schlossen den Fall und legten ihn weg, die Regierung schwieg und von den Bewohnern ist bis heute nie wieder einer aufgetaucht weder in den Nachbarsgemeinden noch im Urwald noch sonst wo.

Dass der Vorfall bis heute in der Community bekannt ist, hat man der moderne zu verdanken und dem Zeitalter des Internets. Denn eine russische Zeitung hatte in den späten 80er über den Vorfall berichtet, allerdings liegt hier nicht die Quelle, die ihren Ursprung tatsächlich in einer brasilianischen Zeitung hat.

Nun könnte man sagen, gerade weil man nicht genau weiß, wo das Dorf Hoer Verde sich genau befunden hat und auch kein Beleg mehr für den Ursprungsartikel aus der brasilianischen Zeitung aufzufinden ist, das sich die ganze Geschichte in das Reich, der Sagen und Legenden einsortieren lässt, doch ganz so einfach kann man es sich dann doch nicht machen. Schließlich gibt es das Foto und nach Adam Ries, dürfte selbst an der kuriosesten Geschichte ein kleines bisschen Wirklichkeit im Fundament sitzen. Deshalb, nachdem man alles runter reduziert hat, bleibt immer noch ein Dorf, aus dem 600 Menschen die registriert waren, spurlos verschwunden sind.

Erklärungsversuche:
Zu der Zeit des Verschwindens der Dorfbewohner aus Hoer Verde, gab es politische Unruhen und putsch Versuche, wie historische Aufzeichnungen belegen. So wurde "Artur da Silva Bernardes" nur ein Jahr zuvor 1922 Präsident von Brasilien, womit Rebellen der politischen Gegenseite stets im Guerillakrieg mit der Regierung waren. Die Guerillakämpfer waren in der Gegend um Hoer Verde positioniert, sodass eine Theorie lautet, dass die Regierung die Dorfbewohner aus Hoer Verde zum Schutz evakuiert hatte. Warum ausschließlich nur Hoer Verde und nicht die Nachbarsgemeinden evakuiert wurden, erklärt man sich wohl so, das Hoer Verde, die größte Stadt in der Umgebung war und wichtiger Knotenpunkt für eine militärische Operation, die letztendlich aber doch nicht stattgefunden hatte.

Das Problem an dieser Theorie ist aber, wohin wurde sie evakuiert, da es selbst für damalige Verhältnisse nur schwer sein dürfte 600 Mensch unbemerkt irgendwo anderes einzubürgern, selbst mit einer neuen Identität. Auch hätte solch eine Evakuierung mit 600 Menschen über Nacht und das noch in Eile irgendwelche Spuren hinterlassen, und da es keinen anderen Weg als dieser durch die Nachbarsgemeinden gab, wäre es auch definitiv aufgefallen. Unbemerkt kann eine Aussiedlung in der Größenordnung gelingen.

Umgekehrt macht es aber auch wenig Sinn, in dem die Guerillakämpfer die Dorfbewohner alle verschleppt oder gar ein Massaker angerichtet haben. Denn auch hier stellt sich die Frage wohin, wenn entführt oder wo sind die Leichen, wenn es ein Massaker gegeben hätte. Des Weiteren wo liegt die Motivation bei den Guerillas? Sie führten den Kampf gegen die Regierung und nicht gegen die eigenen Landsleute, schon gar nicht auf nicht wohlhabende Bauern und Kleinhändler. Kurz um sie hatten kein Interesse, sodass auch diese Theorie verworfen werden kann.

Was bleibt, sind die üblichen Hypothesen der Moderne. So gehen einige aus der Community davon aus, dass sie von außerirdischen in ein Raumschiff weggebeamt wurden, oder dass sie in einen Zeitstrudel geraten sind und aus der Zeit katapultiert wurden, oder auch sie den Eingang in eine andere Dimension gefunden haben. - Aber all diese Hypothesen dürften nicht zutreffend sein.

Persönliche Hypothese:
Meine Vermutung geht in die Richtung, dass es eine wirtschaftliche Ursache hatte, warum man sich im Dorf entschieden hatte, nach und nach jeder wie er konnte das Dorf zu verlassen, wegzuziehen und woanders neu zu starten, wo es weniger politische Unruhen gab und wo die wirtschaftliche Lage und der Arbeitsmarkt besser waren. Auch darf man die Psychologie dahinter nicht außer Acht lassen, da in diesem Jahrzehnt die Weltwirtschaftskrise sich schon anschlich in der ärmeren Bevölkerung. Gerade die Kaffeebauern waren betroffen, da durch den Ersten Weltkrieg die Preise zusammenbrachen und viele woanders einen Neustart suchten.

So zog schließlich der Letzte aus oder verstarb und Hoer Verde wurde zur Geisterstadt, die irgendein Reisender durchquerte, von ihr berichtete und letztendlich die Zeitungen, eine Geschichte (Creepypasta) daraus machten, die bis heute anhält.

Natürlich will ich mich da nicht penible festlegen, doch bin ich von meiner Hypothese selbst überzeugter als zu der übernatürlichen Ideenwelt.

Wer weiß, vielleicht klärt sich das Rätsel irgendwann noch mal auf, bis dahin gibt es auch weiterhin keine genaue Erklärung für den Vorfall in Hoer Verde .


Ergebnis: unaufgeklärt!