De Loys Affe (Ameranthropoides loysi)
Der Loys Affe (Ameranthropoides loysi) soll eine Affenmenschart sein, die in Südamerika bis ins 20. Jahrhundert existierte oder weniger wahrscheinlich immer noch existiert. Die Entstehung der Geschichte um den "De Loys Affe" beginnt mit einem gewissen Louis François Fernand Hector de Loys, der 1892 in der Schweiz geboren wurde und am 16.10.1935 in Lausanne in Frankreich an Syphilis verstarb. Dieser seinerzeit junge und ambitionierte Geologe war ein Pionier der modernen Wissenschaft auf dem Gebiet der Prospektion und Erforschung der Ölfelder. So war er, wie es seine Berufung verlangte oft auf Reisen und besuchte alle Kontinente. Doch obwohl er ein anerkannter und seriöser Wissenschaftler war, ist sein Name nicht wegen seiner eigentlichen Arbeit als Geologe berühmt geworden, sondern durch ein mysteriöses Foto, das eher im Bereich der Kryptozoologie beheimatet ist.
Das schwarz/weiß fotografierte Foto zeigt einen toten Affen, der auf einer Petroleum Kiste sitzt und von einem langen Stock am Hals fixiert wird, sodass er auf der Holzkiste für das Foto sitzen bleibt und nicht erschlafft. Im Hintergrund erkennt man ein Gewässer (vermutlich ein Fluss), so wie abgeholzte Pflanzen. Das Foto soll während einer Expedition 1920 im südamerikanischen Dschungel entstanden sein. Es zeigt den De Loys Affe (Ameranthropoides loysi). Dieses Foto soll als einziges Beweisstück dienen, neben den mündlich übermittelten Aussagen der Expeditionsteilnehmer. Weitere Fotos, die von dem De Loys Affe mit einer anderen Kamera gemacht wurden an diesem Tag, sind beim Kentern eines Bootes im Wasser verloren gegangen. Heute geht dieses einzig existierende Foto im Internet herum und wird von Kryptozoologen skeptisch untersucht. Das Unbekannte löst einfach immer wieder Faszination aus, sodass auch ich mich auf Recherche gemacht habe und einiges herausgefunden habe.
Der Mythos Affenmensch:
Dieser existiert nicht erst seit François de Loys, sondern reicht weit in die Vergangenheit zurück. Berichte über Mischwesen halb Mensch halb Affe sind seit 600 Jahren bekannt, und wenn man Überlieferungen aus Naturvölkern Glauben schenken darf, sogar noch älter. Im 16. Jahrhundert war einer der Ersten, Sir Walter Raleigh (Seefahrer) im Jahr 1596 nach seiner Guyanaexpedition, der von Affenmenschen berichtete. Auch Alexander von Humboldt (Naturforscher) berichtete über indianische Aussagen von aggressiven Affenmenschen. Ein besonderes Interesse diese Affenmenschen zu beweisen haben unter anderen Evolutionisten, die damit einen Missing Link vorlegen könnten.
Die besagte Expedition:
Die niederländische Öl Firma Colon Development beauftragte ein zwanzigköpfiges Expeditionsteam damit, in einem Zeitraum von drei Jahren (1917 - 1920) in Südamerika im Grenzgebiet von Venezuela und Kolumbien in der in der Sierra de Perijeé (Gebirgszug im nördlichen Südamerika) nach Erdöl vorkommen zu suchen. Die Führung des Teams übernahm der bereits erfahrene François de Loys. Trotz für seiner Zeit relativ gutes Equipment, wollte die Expedition nicht wirklich gelingen. Was anfing als großes Abenteuer, endete zunehmend in ein Desaster voller Gefahren und unvorhergesehenen Geschehnissen. Die grüne Hölle, der tiefe und dicht bewachsene Dschungel kostete vielen Expeditionsteilnehmern das Leben. Es waren tropische Infektionskrankheiten, fehlende Medikamente, Wildtierangriffe, die Umgebung und nicht zuletzt die dort ansässigen Motilone Indianer, die angeblich extrem aggressiv und kriegerisch sich gegenüber den Expeditionsteilnehmern verhielten. So waren im dritten Jahr 1920 nur noch weniger als die Hälfte der ursprünglichen 20 Mann starken Gruppe übrig geblieben.
Als persönliche Anmerkung möchte ich noch im Rahmen meiner metaphilosophischen und sozialphilosophischen Tätigkeit erwähnen, das ich es bezweifele, das die Motilone Indianer von Natur aus besonders aggressiv und kriegerisch sich verhalten haben sollen. Neugierig und skeptisch zu gleich ja vielleicht, aber nicht angriffslustig. Es dürfte auch kein Grund gegeben haben, denn es dürfte wohl mehr als selten sein das in diesen Jahren im unerforschten Gebiet sich Menschen aus der zivilisierten und industriellen Welt sich hier hin verirrt haben. Viel mehr vermute ich das Provokationen und Übermut, wie mangelnder Respekt vor Umwelt und Natur hier den Anlass gab, sich feindlich gegenüber der Expeditionsteilnehmer zu verhalten.
Doch wie das Schicksal so spielt, kam es in den 60er Jahren erneut zum Konflikt, wo wieder der angeblich zivilisierte Mensch aus der Stadt in die Natur eingriff und bestialisch Männer, Frauen und Kinder abschlachtete. Von einst 5000 Motilone Indianer leben dadurch nur noch wenige Hundert. Es waren Ölgesellschaften wie Texaco und Colpet die
hier beteiligt waren. (Quelle: DER SPIEGEL 46/1969)
Im besagten dritten Jahr 1920 campierten die restlichen völlig erschöpften Männer am Ufer des Flusses Tarra, der über den Rio Catatumbo in den Maracaibo-See fließt. An diesem Tag, als die Sonne unterging, spielte sich "angeblich" folgende Situation ab.
Als die Männer sich um ihr Abendessen kümmern wollten, raschelte es in dem gegenüberliegenden Gebüsch. Als François de Loys gerade nachsehen wollte, zeigten sich zwei große und erstaunlicherweise aufrecht gehende Affenwesen, wo von eines männlich und sich das andere als weiblich herausstellte. Ihre Fellfarbe war rötlich braun, sie besaßen keinen Schwanz und verhielten sich extremst aggressiv. So schrien sie laut und fauchend und schwangen wild mit den langen Armen umher, bis sie schließlich mit abgerissenen Stöcken und auch mit ihren eigenen Exkrementen nach den Männern warfen.
Diese wussten sich wohl nicht anders zu helfen, sahen sich im Recht der Bedrohung und erwiderten den Angriff mit den Gewehren. Das männliche Tier wurde dabei angeschossen. Beim zweiten Schuss auf dieses, stellte sich das Weibchen schützend davor, sodass es die Kugel abbekam und schließlich an ihr verstarb. Das männliche Tier konnte angeschossen und verletzt in den Wald fliehen.
Da De Loys und seine Männer noch nie zuvor solch merkwürdige Affen gesehen hatten, beschloss man das getötete Weibchen genauer zu untersuchen. Da die Expedition nicht geeignet ausgerüstet war, da primäres Ziel Erdölvorkommen waren und nicht Tierartenerforschung, gestaltete sich eine Untersuchung nur oberflächlich. Die Untersuchung ergab, dass der Affe ca. 150 cm groß war, 32 Zähne hatte, rotbraunes struppiges Fell, von den Armen und Proportionen Ähnlichkeiten mit einem Klammeraffen und Spinnenaffen aufwies und das Tier keinen Schwanz hatte. Um es besser fotografieren zu können, hatte man das Tier auf eine Petroleum Kiste gesetzt und mit einem Stock fixiert, sodass es nicht zusammenfällt.
Die Expedition näherte sich dem Ende und verlief anders als geplant, sodass nur ein bedingter Erfolg zu verbuchen war. Nur eine Handvoll überlebte die Wildnis und man war einerseits glücklich noch am Leben und wieder in der Zivilisation zu sein, aber auch enttäuscht mit nur wenigen Ergebnissen heimgekehrt zu sein. So war vermutlich auf der Rückreise, das Erlebnis mit dem seltsamen Affen längst vergessen, wenn da nicht in einem Notizbuch ein Foto von dem Affenwesen gefunden worden wäre. Es war der Schweizer Anthropologe George Alexis Montandon, ein Bekannter De Loys, der es fand und De Loys überredete tiefere Untersuchungen anzustellen und an die Öffentlichkeit zu gehen und von dem Vorfall zu erzählen. So vergingen ganze 9 Jahre nach der Expedition, bis die Ereignisse 1929 veröffentlicht wurden. So bestimmte George Alexis Montandon die Art als "Ameranthropoides loysi" benannt nach seinem Entdecker De Loys. Zwischen erstaunter Begeisterung gab es auch viel Skepsis von Kritikern, die den Wahrheitsgehalt anzweifelten, da auf dem Foto Reste von Bananenbäumen zu sehen waren und diese zu der Zeit nicht in der Region wuchsen und folglich das Foto dort nicht entstanden sein kann. George Alexis Montandon hielt trotzdem dran fest und war fasziniert von dem Affenwesen und beschäftigte sich im Anschluss noch intensiver mit diesen. De Loys hingegen widmete sich neuen Aufgaben auf seinem Gebiet und interessierte sich nicht weiter um das Foto und den Affenwesen. (Auf dem Foto sieht man De Loys kurz vor der Expedition im Alter von 25 Jahren).
George Alexis Montandon, der am 19.04.1879 in Cortaillod in der Schweiz geboren wurde und am 30.08.1944 durch Hinrichtung in Frankreich Clamart starb, war ein Arzt, Anthropologe wie aber auch Antisemit und Sympathisant des Nationalsozialismus. Dieser verbreitete nun seine Erkenntnisse, die er aus Assoziationen verschiedener Erzählungen zusammenfügte. So sah er in De Loys Affe Verknüpfungen zu zwei Steinstatuen der Maya Kultur, die ca. 1,5 Meter große affenartige Figuren zeigten, oder des Glaubens nach Verbindungen zu Kanaima, ein Dämon aus der Religion der Caribs ein Naturvolk aus Guyana. Die Kolumbianer nennen diese Affenwesen "Didi". In Brasilien und Venezuela "Vastiri". Die Wissenschaft hingegen versuchte eine plausible Erklärung zu finden und man nahm an, das es sich entweder um eines, der letzten Exemplare des "Protopithecus brasiliensis" gehandelt haben könnte, diese aber eigentlich als ausgestorben gelten, da sie im Pleistozän Zeitalters lebten. Oder aber es sich um gewöhnliche Klammeraffen oder Spinnenaffen gehandelt hat, da die Ähnlichkeit sehr groß ist. 1990 startete eine amerikanische Expedition in das Gebiet um eine kleine Population des De Loys Affen zu suchen, doch man kehrte ohne Beweise einer Existenz zurück.
Im Jahr 1998 veröffentlichten Pierre Centlivres ein 1933 in der Schweiz geborener Ethnologie Professor und Autor und Isabelle Girod eine Autorin zusammen einen Artikel, der die Theorie aufweist, das die ganze Geschichte erfunden ist. Sie besagt, das Dr. George Alexis Montandon alles für seine eigenen ideologischen Vorstellungen sich zunutze machte und De Loys Expedition und Affen Geschichte gerade Recht kam.
George Alexis Montandon, der zu erst überzeugter Kommunist war und nach und nach durch seine Studien über die Evolution des Menschen zum Antisemiten und Sympathisant des Nationalsozialismus wurde, vertrat die Idee des polyphyletischen Ursprungs des Menschen. Die menschlichen Rassen, die von verschiedenen lokalen Affenarten absteigen. Er behauptete, dass sich die Afrikaner aus den Gorillas und den Asiaten aus Orang-Utans entwickelten. Die Eugenik war sein neues Gebiet und so trat er auch in die Parti populaire français (Französische Volkspartei) ein. De Loys Affe war für ihn quasi eine Möglichkeit im rassistischen Sinne einen Missing Link zu beweisen.
Im Sommer 1999 veröffentlichte ein venezolanisches Wissenschaftsmagazin "Interciencia" einen Brief, der aus dem Jahr 1962 stammen soll und von einem Enrique Tejera an einen Guillermo José Schael (1919-1989) Redakteur der Zeitschrift "Diario El Universal" übergeben wurde.
Auszug aus dem Brief:
"Dieser Affe ist ein Mythos, ich werde dir seine Geschichte erzählen.
Herr Montandon sagte, dass der Affe keinen Schwanz hatte. Das ist sicher richtig, aber er hat vergessen, etwas Wichtiges zu erwähnen. Er hatte keinen Schwanz, weil er abgeschnitten wurde. Ich kann dieses versichern meine Herren, weil es vor meinen Augen geschah, als die Amputation stattfand. Wer hier im Jahre 1917 spricht, arbeitete in einem Lager der Öl-Explorations-Industrie in der Region Perijá. Der Geologe war François de Loys, der Ingenieur Dr. Martín Tovar Lange. De Loys war ein Schelm und oft lachten wir über seine Witze. Eines Tages gaben sie ihm einen Affen mit einem kranken Schwanz, also wurde dieser amputiert. Seitdem nannte ihn Loys "el hombre mono" (der Affenmann).
Einige Zeit später ging ich und Loys in eine andere Region von Venezuela: in einem Gebiet namens Mene Grande. Er ging immer auf der Seite seines Affen, der einige Zeit später starb. De Loys beschloss, ein Foto zu machen, und ich glaube, dass Mr. Montandon nicht leugnen wird, dass es das gleiche Foto ist, das er heute vorgestellt hat. [1929 präsentierte Montandon den Ameranthropoides in einer öffentlichen Vorlesung]"
Mit freundlichen Grüßen, Dein Freund Enrique Tejera. "
Enrique Tejera berichtet weiter, das er in einem Pariser Museum war und das Foto in der retuschierten Fassung sah, das Mr. Montandon ausstellte. Er war überrascht und hielt es für richtig den Schwindel aufzudecken als direkter Augen und Zeitzeuge, als überlebender der damaligen Expedition.
Hier noch zusätzlich die Beweisfotos, die zum Zeitpunkt der Aufnahme gemacht wurden.
Foto 1 zeigt De Loys auf der Kiste, bevor sein Affe darauf platziert wurde.
Foto 2 zeigt 4 Fotos unter anderen zu sehen die Platzierung des Affens.
François de Loys der von dem Betrug und der Falschbehauptung wusste, schwieg aber und setzte lieber seinen Karriereaufstieg auf dem Gebiet der Explorationsgeologie fort.
Wie man also zum Glück jetzt verstehen wird, war alles nur fingiert von einer Person, um eine Ideologie zu stützen. So wurde die Geschichte von wilden aggressiven Affenwesen eindeutig erfunden. Die Akte "De Loys Affe" kann damit erfolgreich geschlossen werden. Ich hoffen das sich meine Recherchearbeit gelohnt hat und nun einige die Wahrheit der Geschichte kennen und aufhören solch falsche Gerüchte in die Welt zu setzen.
Ergebnis: 100% Fake!