Angikuni Lake: Das
verschwundene Eskimo Dorf
Die Creepypasta
dahinter:
Beim Angikuni Lake und das verschwundene Eskimo Dorf,
handelt es sich um einen rätselhaften Vorfall, der sich im November 1930 im
Nordosten Kanadas in der Kivalliq Region im Territorium Nunavut, das an
Grönland grenzt ereignet hat. Hier liegt der Angikuni See und an dessen Ufer
gab es ein kleines Inuiten Dorf, das spurlos verschwunden ist.
Die Inuits sind
eine indigene Volksgruppe, die in Nordosten von Kanada, Alaska und auf Grönland
leben. Umgangssprachlich nennt man sie auch Eskimos, die tatsächlich auch die
Iglu Schneehaus Baukunst beherrschen und in extremer Kälte und Witterung sich
zu helfen wissen. Vor den 30er Jahren galten sie noch als Nomaden Volk. Seit
den 60er Jahren sind sie aber in ihrem Territorium sesshaft geworden. Sie leben
hauptsächlich aus der Natur vom Fischfang und pflegen ihre eigene Kultur und
Bräuche.
Ein gewisser Joe Labelle, ein Trapper, der im Dorf ein
bekannter Fellhändler war, machte sich durch den Schneesturm im November 1930
auf, um zu seinen geschätzten Inuit Freunden zu gelangen, mit denen er eine
freundschaftliche Handelsbeziehung pflegte, aber auch den einen oder anderen
Fischspieß vom Lagerfeuer zusammen verspeiste. Als er in der frühen
Morgendämmerung endlich ankam, wunderte er sich, da es extrem ruhig war, was
ungewöhnlich war. Um diese Zeit sollten eigentlich die Männer sich für die Jagd
vorbereiten, die Kinder vor den Hütten spielen usw. Es war aber extrem ruhig,
wie als ob alle noch schliefen. Auch lautes Rufen brachte nichts, sodass Joe
Labelle beschloss, die Hütten zu durchsuchen. Nichts! Von den dort ca. 200
lebenden Eskimos war kein Einziger mehr im Dorf anwesend. So ging er davon aus,
dass etwas nicht stimmte und eilte zurück, um die Royal Canadian Mounted Police
zu alarmieren.
Zusammen inspizierte man das verlassene Dorf jetzt
genauer und durchsuchte jede einzelne Hütte und Arbeitsplatz. Das
Verwunderliche war, das alles stehen und liegen gelassen wurde. Halb
ausgetrunkene Gläser, angefangene Handwerksarbeiten auf den Tischen. Gewehre
vor den Türen, ohne die man sich nie entfernt hätte. Über den Feuerstellen
hingen noch völlig verkohlte Fische und das Brennholz lag unverräumt nicht
abgedeckt am Brennplatz. Das Schockierendste, die sieben Huskys Schlittenhunde,
die am Baum angeleint waren, sie waren völlig ausgehungert und erfroren. So war
man sich schnell einig, dass etwas Furchtbares geschehen sein muss, was die
Eskimos aus dem Dorf veranlasst hat, in aller Eile fluchtartig das Dorf zu
verlassen. Noch unheimlicher und mysteriöser wurde es, als man etwas abseits
beim Friedhof ankam und sah, wie alle Gräber geöffnet waren und keine Leiche
mehr vorzufinden war.
Sofort stellte man eine große Suchmannschaft zusammen,
die nicht nur zu Fuß, sondern auch aus der Luft mit zwei Flugzeugen zum Einsatz
kamen, um nach den verschwundenen Eskimos zu suchen. Doch die dreitägige Suche brachte keinen
Erfolg. Die Eskimos blieben wie in Luft aufgelöst verschwunden.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Angikuni Sees,
siedelte ebenfalls eine kleinere Gruppe Eskimos, die berichteten das vor
einiger Zeit eines Nachts blau schimmernde Wesen / Gottheiten vom Himmel kamen
und mehrere Nächte über dem See schwebten, aus Furcht hatte man sich in den
Iglus und Hütten verbarrikadiert. Die Polizei und die Leiter des Suchtrupps
sahen darin aber keine Verbindung zum Verschwinden der 200 Dorfbewohner.
Natürlich bekamen nur wenige Tage danach auch die Medien
den Vorfall mit und berichten darüber. Nach weiteren Suchaktionen, die teils
auch privat stattfanden, schloss man die polizeiliche Akte mit dem Vermerk
"ungelöst". Erst in den 80er
Jahren wurde man wieder auf den Vorfall aufmerksam, sodass sich nun auch
Ufologen zu Wort meldeten und davon überzeugt waren, dass Außerirdische die
Eskimos entführt haben und auf ihren Heimatplaneten brachten.
Bis heute ist dieser Vorfall ungeklärt ...
Was für eine mysteriöse Geschichte doch entspringt sie
der Wirklichkeit?
Wohl eher nicht!
Die wirkliche
Geschichte dahinter:
Die wohl erste Erwähnung, die den Vorfall beschreibt,
dürfte eine Tageszeitung sein, und zwar die The Danville Register & Bee ,
die am 27. November 1930 erschienen ist. Hier findet man einen Artikel aus der
Feder des Journalisten Emmett E. Kelleher, der den Vorfall um das mysteriöse
Verschwinden des Eskimo Dorfs beschrieb.
Mit der Verbreitung des Internets wurde die Geschichte
immer weiter ausgeschmückt und die verrücktesten Erklärungsversuche und
Theorien machten die Runde. Letztendlich
kontaktierten Skeptiker Historiker und andere Experten und gingen dem Fall
erneut auf die Spur. Befragungen und Recherche haben ergeben, dass bei der Royal
Canadian Mounted Police kein Fall dieser Art bekannt ist, es keine Akte gibt,
auch nie ein Suchtrupp in das Gebiet gestartet ist, keine Flugzeuge im Einsatz
waren und sich auch kein Trapper Namens Joe Labelle gemeldet hatte. So befragte
man die noch lebenden Nachfahren und sichtete alle Fallakten und Dokumente aus
der Zeit, mit dem Ergebnis kein Eintrag. Auch rekonstruierten Historiker und
Experten die beschriebenen Umstände und kamen zum Schluss, dass auch diese
absolut unwahrscheinlich sind.
Zu guter Letzt führte die Recherche zu keinem weiteren
Ergebnis und als Quelle und Urheber der Geschichte bleibt lediglich Emmett E.
Kelleher, der für seine Creepypasta Geschichten seiner Zeit bekannt war und
öfters mysteriöse Berichte verfasste, die allgemein mit einem Augenzwinkern
gelesen werde.
Fazit: Das Einzige, was an dieser Geschichte der
Wirklichkeit entspricht, dass die ca. 30 älteren Eskimos ganz unspektakulär ihr
temporäres Lager, das für die Jagd benutzt wurde, wieder geräumt haben und
weiter gezogen sind. Keine toten Hunde am Baumstumpf, keine geklauten Leichen
aus dem Eisboden und auch keine UFO´s, noch nicht mal feste Häuser, da eben nur
ein temporäres Lager, wie es typisch ist für die Inuits wenn sie auf Jagdtour unterwegs sind.
So sind auch alle Fotos falsch, die im Internet kursieren
und angeblich das Dorf zeigen sollen. Denn der Ursprung liegt hier bei
Aufnahmen von Edward S. Curtis im Jahr 1929 die eine Yupik Tierunterkunft in
Hooper Bay, Alaska zeigen. Oder ebenfalls von Edward S. Curtis 1927
aufgenommenes Foto von einem Iñupiaq Dorf in King Island, Alaska. Also alles
Bilder, die nichts mit der angeblichen Geschichte zu tun haben.
Kurz um, die ganze Geschichte ist nichts weiter als ein
Hoax, eine fiktive Geschichte eines Sensationsjournalisten, der mit
Creepypastas seine Brötchen verdient hat.
Ergebnis: 100%
Fake!

